Konfliktkultur: Die Fehler der Chefs – ein Tabuthema und seine Folgen.

By 5. März 2015 Forschung, News

Über den Fehlern der Chefs hängt immer noch der Mantel des Schweigens

Gemäss der Studie «Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg» der Personalberatung Rochus Mummert wird in zwei von drei Unternehmen über die Fehler von Vorgesetzten in den meisten Fällen der Mantel des Schweigens gelegt. In jeder vierten Firma sind die Missgriffe der Chefs sogar ein absolutes Tabuthema.

Unternehmen werden durch ihre Konfliktkultur stärker oder schwächer

Zu diesem Resultat kam das Forscherteam unter der Leitung der Psychologin Michele Gelfand. Die Studie aus dem Jahr 2012 zeigt auf, dass die Konfliktkultur eines Unternehmens bestimmt, ob dieses seine Stärken entfalten kann oder nicht.

In der Studie von Gelfand und ihrem Team wurden die Konfliktkultur in einer Bank untersucht. In den Bankfilialen herrschte jeweils eine von drei Konfliktkulturen:

  1. Gemeinschaftliche Konfliktkultur
    Jeder wird berücksichtigt. Alle prüfen so lange jeden einzelnen Punkt, bis alle zufrieden sind.
  2. Dominante Konfliktkultur
    Jeder Einzelne ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Alle tun alles dafür, um selbst zu gewinnen.
  3. Vermeidende Konfliktkultur
    Konflikt werden tunlichst vermieden. Konflikte werden von niemanden offen angesprochen

Welche Rolle spielte das Konfliktverhalten der Führungskräfte?

Erwartungsgemäss prägen Führungskräfte die Konfliktkultur einer Organisation in hohem Masse mit. Filialleiter, die bei Konflikten alle Mitarbeitenden im Blick hatten, prägten eine gemeinschaftliche Kultur. Bei Führungskräften, die zuliessen, dass einzelne Mitarbeitende bei Konflikten nur ihre eigenen Interessen vertraten, war eine dominante Kultur zu finden. Und Führungskräfte, die nicht gerne in Konflikte hineingezogen wurden, unterstützten eine vermeidende Konfliktkultur.

 Welche Konfliktkultur sorgt für die beste Enfaltung von Stärken und Leistung?

Gemäss Studie trägt die gemeinschaftliche Konfliktkultur am besten dazu bei, dass ein Unternehmen seine Stärken entfaltet. Unter dieser Form der Konfliktkultur ist der Teamzusammenhalt besser und Mitarbeitende leiden seltener unter Burnout. Eine gemeinschaftliche Konfliktkultur ist also auch ein wichtiges Element der betrieblichen Gesundheitsvorsorge.

Tabus machen krank, das ist das einfache Fazit der Studie. Jene Filialen, die eine dominante Konfliktkultur besassen, zeigten eine geringe Entfaltung der Stärken der Mitarbeitenden. Ebenso zeigte sich in diesen Filialen eine höhere Krankheitsquote. Zudem nahm die Servicequalität in Filialen mit dominanter Konfliktkultur spürbar ab.

Zu diskutieren gibt sicherlich die Feststellung, dass eine vermeidende Konfliktkultur keine Auswirkung auf die Entfaltung der Stärken von Mitarbeitenden hat. Sie hemmt jedoch die Kreativität der Mitarbeitenden und behindert somit Innovation. Eine gemeinschaftliche oder dominante Kultur hatte keinen Einfluss auf die Kreativität der Mitarbeitenden.

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