Konfliktkosten «revisited»: Wer sich Konflikten im Unternehmen nicht annimmt, vernichtet Werte

Seit den ersten Konfliktkostenstudien (2009) von KPMG Deutschland, die in Zusammenarbeit mit diversen Hochschulen erstellt wurde, ist klar: Reibungsverluste in Unternehmen kosten und wer sich Konflikten im Unternehmen nicht annimmt, vernichtet Werte.

 

Konflikte vernichten Werte

Die Zahlen der Studie von 2009 sollten für Unternehmen und deren Führungskräfte ein grosser Anreiz für die Entwicklung einer aktiven Konfliktkultur sein:

  • Konflikte zwischen und mit Mitarbeitenden machen bis zu 20% der Personalkosten aus.
  • 50% der Befragten gaben an, dass sie pro Jahr für ungeplante Konflikte durch gescheiterte oder verschleppte Projekte ca. CHF 50’000 aufwenden mussten. Bei 10% der Befragten waren es sogar bis zu CHF 500’000.
  • 45% der Befragten gaben an, dass ihnen durch Konflikte Aufträge in der Höhe von gut CHF 50’000 entgingen.

Diese Liste lässt sich durch die Studie gut dokumentiert fortführen. Sie ist beindruckend und zeigt auf, welche Werte in der Wirtschaft durch Konflikte vernichtet werden.

In Konflikten liegt also wirtschaftliches Potenzial, das es zu nutzen gilt.

 

Konflikte lassen sich berechnen

Die Konfliktkostenstudie von KPMG und die Arbeit von Oliver Ahrens machen Unternehmen endlich Konfliktberechnungsmethoden und -tools zugänglich. Diese Berechnungsmethoden sind eine gute Hilfestellung, wenn es darum geht über die Form der Konfliktlösung zu entscheiden. In vielen Fällen zeigt sich, durch diese Berechnungsmethoden, dass der Weg in die Mediation oder Schlichtung die nachhaltig wirtschaftlichere Lösung ist. Vor allem in jenen Fällen, wo klar ist dass die Beziehung zum Kunden, Mitarbeitenden oder Geschäftspartner weiterbestehen muss.

In diesem Sinne gehört das Berechnen von Konfliktkosten ebenso zu den Werkzeugen von Führungskräften, wie die Analyse ihrer Key Perfomance Indikatoren. Konfliktmanagement ist somit eine strategische Aufgabe.

 

Mediation als Möglichkeit des Konfliktmanagements

Im Nachgang zur Studie von 2009 entand eine Best Practice Studie zum Thema Konflikt(kosten) Management. Diese Best Practice Studie zeigt an exemplarischen Beispielen auf: Mediation wirkt, selbst dann wenn die Beteiligten zu keiner formalen Abschlussvereinbarungen kommen. Unternehmen und Menschen, die sich an einer Mediation beteiligt haben, waren im Anschluss mehrheitlich zufrieden.

Die Gründe sind einfach: Konfliktmanagement und Mediation reduzieren die diversen Konfliktkosten. Kosten, die durch verlorene Arbeitszeit, durch verlorene Motivation, etc. entstanden sind. Zudem wird im Rahmen der Mediation den Themen des Konflikts sorgfältiger und wertschätzender Aufmerksamkeit geschenkt. Mediation ist eine andere Form der Konfliktbewältigung. Es werden sachliche Gespräche über unterschiedliche Meinungen und Anliegen geführt, statt Streitgesprächen mit Schreien, Anklagen und unendlichen E-Mail-Lawinen. Eine konfrontative Konfliktkultur weicht durch Mediation einer diskursiven, sachlichen und lösungsorientierten Konfliktkultur. Im Zentrum stehen Anliegen und Lösungen. Eine mediative Konfliktkultur sorgt also dafür, dass durch Konflikte langfristig weniger Werte im Unternehmen vernichtet werden.

 

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